Curriculum

I. Überblick

Europa-Kolleg_JAN2014-1693Der „LL.M. Europäisches Wirtschaftsrecht“  ist ein auf zwei Jahre angelegter berufsbegleitender Masterstudiengang. Das Präsenzstudium wird innerhalb der ersten drei Semester in 26 Wochenendblöcken absolviert. Im vierten Semester verfassen die Studierenden eine Masterarbeit im Umfang von ca. 60 Seiten zu einem Thema aus dem Europäischen Wirtschaftsrecht. Dabei wird die Möglichkeit eröffnet, auch ein Thema mit Bezug zur eigenen beruflichen Praxis zu wählen. Der Gesamtumfang des Studiengangs umfasst einschließlich der Masterarbeit 60 ECTS-Leistungspunkte.

Der Studiengang ist in neun Module gegliedert. Neben den sechs Pflichtmodulen werden drei Wahlpflichtmodule angeboten, die eine Spezialisierung ermöglichen. Zwei der drei Wahlpflichtmodule sind zu belegen. Einige Module können auf Anfrage auch einzeln gebucht werden.

Auf Wunsch wird eine Exkursion nach Brüssel, Straßburg, Luxemburg oder Frankfurt a.M. durchgeführt. Dies bietet die Möglichkeit, einen Einblick in die Arbeit europäischer Institutionen wie der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, des EuGH und der EZB zu erhalten.

II. Aufbau der einzelnen Semester im Detail

1. Semester (April – September)
– Drei Pflichtmodule à 5 Leistungspunkte (5 LP) –

Modul 1

Rechtsrahmen des Binnenmarktes

  • Grundfreiheiten
  • die rechtlichen Instrumente der EU
  • Zusammenhänge zwischen Binnenmarkt und Währungsunion
    • Erfassung der Grundstrukturen und der wesentlichen Inhalte der Grundfreiheiten des Binnenmarktes
    • Verständnis der unterschiedlichen Rechtsformen und Rechtsakte, derer sich die EU zur Ausgestaltung des Binnenmarktes bedienen kann
    • Verständnis der wirtschaftlichen, sozialen und wettbewerbsrechtlichen Determinanten des Binnenmarktes


Modul 2

Economics of European Integration

  • Essentielle Grundlagen der ökonomischen Motive und Effekte der Verwirklichung der vier Grundfreiheiten des Binnenmarktes
  • Ökonomische Grundlagen der Wirtschafts- und  Währungsunion
  • Ökonomische Analyse der EU-Wettbewerbs- und Beihilfenpolitik sowie der EU-Außenhandelspolitik
    • Vermittlung eines Gesamtüberblicks über die europäische Integration aus wirtschaftstheoretischer Perspektive
    • Erwerb der Fähigkeit, die ökonomische Zweckmäßigkeit rechtlicher Bestimmungen sowie der Rechtsprechung bezüglich des Integrationsprozesses beurteilen zu können


Modul 3

Arbeiten im internationalen Kontext

  • Fallstudie Vertragsgestaltung im europäischen Kontext – Recherche und Methoden
    • Schärfung eines rechtsordnungsübergreifenden Bewusstseins
    • Sensibilisierung für Spezifika der europarechtlichen Auslegung
    • Umsetzung in konkrete Arbeitsergebnisse in verschiedenen Aufgabenbereichen, z.B. Memos oder Schriftsätze

Legal English

  • Case studies for practitioners
  • Introduction to Common Law
    • Studium europarechtlicher Leitentscheidungen in englischer Sprache
    • Grundverständnis des Common Law als einer das Europarecht mitprägenden Rechtstradition
    • Stärkung der mündlichen Kommunikation in der Fremdsprache


2. Semester (Oktober – März)
– Drei Pflichtmodule à 5 LP –

Modul 1

Wettbewerb

  • Schutz des Wettbewerbs vor Beschränkungen
  • Schutz geistigen Eigentums
    • Kartellrecht, Missbrauchskontrolle, Fusionskontrolle
    • Beihilfenaufsicht, Vergaberecht
    • Kenntnisse der für Unternehmen geltenden Wettbewerbs- und Verfahrensregeln
    • Kenntnis der unterschiedlichen Schutzrichtungen und Ausprägungen geistigen Eigentums
    • Kenntnis der Regelungsstrukturen und verfahrensrechtlichen Durchsetzungsmodalitäten im Bereich der geistigen Eigentumsrechte


Modul 2

Europäisches Unternehmensrecht

  • Europäisches Gesellschaftsrecht
  • Europäisches Arbeits- und Sozialrecht
  • Compliance
    • Verständnis der wirtschaftlichen Determinanten der Organisation von Unternehmen
    • Verständnis der unterschiedlichen Rechtsformen, in denen sich Unternehmen in der EU organisieren können
    • Erfassung der unterschiedlichen Grundstrukturen der drei wichtigsten Gesellschaftsrechtsordnungen in Europa (Deutschland, England, Frankreich)
    • Entwicklung eines Problembewusstseins in Bezug auf die arbeits- und sozialrechtliche Dimension unternehmerischen Handelns in der EU
    • Überblick über Haftungsrisiken, die den Unternehmen aus Verstößen gegen wirtschaftsrechtliche Regulierungen entstehen können, sowie deren organisatorische Bewältigung


Modul 3

Verhandlungsführung

  • Verhandeln im Prozess und im Geschäftsverkehr – Strategien und Rhetorik
    • erfolgreiches und zielgerichtetes Vertreten von Mandanten- bzw. Kundeninteressen in Verhandlungen

Legal English

  • Legal Writing & Business Correspondence
    • Befähigung zum Verfassen englischsprachiger Schriftsätze


3. Semester (April – September)
– Drei Wahlpflichtmodule à 7,5 LP (von denen zwei obligatorisch zu belegen sind) –

Wahlpflichtmodul 1

Finanzen und Steuern

  • Europäische und internationale Kapitalmärkte
  • Rechnungslegung
  • Insolvenzrecht
  • Besteuerung von Unternehmen
    • Verständnis der wirtschaftlichen Grundlagen der Unternehmensfinanzierung und Unternehmenssteuerung
    • Probleme und Lösungen in der Unternehmenskrise
    • Kenntnis der steuerlichen Grundbegriffe und Regelungsstrukturen

 


Wahlpflichtmodul 2

Regulieren & Verwalten

  • Ausgewählte Felder europäischer Regulierung (z.B. Kapitalmarkt, Energie, Telekommunikation)
  • Der Vollzug des Unionsrechts auf europäischer und mitgliedstaatlicher Ebene
    • Erfassung der Grundstrukturen und der wesentlichen Inhalte des Regulierungs- und Verwaltungssystems im europäischen Mehrebenenverbund

Wahlpflichtmodul 3

Streitbeilegung

  • Konflikte und Konfliktstrukturen
  • Prozessuale Konfliktlösung
  • Alternative Konfliktlösungsansätze: Deutsche und internationale Schiedsgerichtsbarkeit, Mediation und weitere ADR-Verfahren
    • Einführung in das europäische und deutsche Verfahrensrecht
    • Erschließung alternativer Konfliktlösungsmethoden


4. Semester (Oktober – März)

• Anfertigung der Masterarbeit (15 LP)